Kirche
Stiftskirche Millstatt (Hl. Salvator und Allerheiligen)
Millstatt am See · Oberkärnten · Österreich
Am gotischen Friedhofstor von Millstatt beginnen die Spuren der Stiftskirche bereits vor dem Eingang: Fresken um 1490 zeigen den segnenden Heiland, den heiligen Georg und Herzog Domitian. Dahinter öffnet sich ein romanisches Marmorportal, dessen Reliefs Tiere, Fratzen und Fabelwesen in ein dichtes Bildprogramm einbinden.
- Wetter
- auch bei Regen möglich
- Adresse
- Millstatt am See, Bezirk Spittal an der Drau, Kärnten, 9872, Österreich
Unser Eindruck
Was dich hier erwartet
Die Geschichte des Ortes reicht bis zu einer karolingischen Kirche des 9. Jahrhunderts zurück. Zwischen 1070 und 1088 entstand am Markt die Benediktinerabtei Millstatt; ihre ersten Mönche kamen aus dem Reformkloster Hirsau. 1773 wurde die Stiftskirche zur Pfarrkirche.
Im dreischiffigen Langhaus lassen sich die unterschiedlichen Bauphasen am Raum selbst ablesen. Im Westen stehen gedrungene, massige Pfeiler, während die östlichen Joche höher und offener wirken; der Scheitel ihrer Arkaden liegt 3,5 Meter über jenem des Westteils. Das spätgotische Netz- und Sternrippengewölbe trägt 149 bemalte Schlusssteine mit Wappen, darunter jene von Böhmen, Ungarn und Jerusalem.
Im Südturm liegt die durch ein Schmiedeeisengitter von 1661 abgetrennte Ernestus-Kapelle mit ihrem Barockaltar. Im Hauptchor hat sich das Steinmetzzeichen von Meister Daniel erhalten. Auch die spätgotischen Türflügel am Westzugang tragen eine historische Spur: Sie stammen aus dem Jahr 1464.
Nach der Übergabe an die Grazer Jesuiten im Jahr 1598 wurde die Anlage barockisiert. Aus der Zeit der Georgsritter stammt das Fastentuch von 1593. Heute wird die Kirche auch für Konzerte an der 1977 gebauten Marcussen-Orgel genutzt; das Stiftsmuseum zeigt seit 1980 Exponate und Dokumentationen zur Ortsgeschichte.
Höhepunkte
Was diesen Ort ausmacht
- Das gotische Friedhofstor trägt Fresken um 1490 mit dem segnenden Heiland, dem heiligen Georg und Herzog Domitian.
- Das romanische Westportal aus dem 12. Jahrhundert zeigt Christus, Tiergestalten, Fratzen und Fabelwesen.
- 149 bemalte Schlusssteine im Gewölbe tragen Wappen aus der Zeit der Georgsritter.
- Die Marcussen-Orgel wurde 1977 gebaut und erklingt bei Konzerten in der Kirche.
- Das Fastentuch von 1593 stammt aus der Spätzeit des St.-Georgs-Ritterordens.
Passt besonders gut
Für wen sich der Besuch lohnt
- Wer mittelalterliche Bildsprache am Bau selbst lesen möchte, findet am Westportal Reliefs mit Tiergestalten, Fratzen und Fabelwesen.
- Die 149 bemalten Schlusssteine passen zu Besuchern, die Wappen und Stifterspuren im Gewölbe vergleichen möchten.
- Orgelkonzerte des örtlichen Orgelvereins verbinden die Besichtigung mit einem musikalischen Anlass.
Das solltest du wissen
Weniger geeignet, wenn
- Als Pfarrkirche wird das Gotteshaus auch für Gottesdienste genutzt; während dieser Zeiten steht die liturgische Funktion im Vordergrund.
Gut zu wissen
Praktisches für den Besuch
- Für wen sich der Besuch lohnt
- Die Kirche passt zu Menschen, die romanische Bauplastik und spätgotische Raumkunst an einem einzigen Bau vergleichen möchten. Besonders ergiebig ist der Weg vom Friedhofstor mit seinen Fresken um 1490 zum Gewölbe mit 149 bemalten Schlusssteinen.
- Was man dort machen kann
- Ein Rundgang kann am gotischen Friedhofstor beginnen und über das Westportal in das dreischiffige Langhaus führen. Im Inneren lassen sich die Wappen auf den 149 Schlusssteinen und das Steinmetzzeichen von Meister Daniel im Hauptchor suchen. Konzerte an der Marcussen-Orgel sowie der Besuch des Stiftsmuseums verbinden den Kirchenbesuch mit Musik und Ortsgeschichte.
- Beste Zeit für einen Besuch
- Für die Besichtigung empfiehlt sich ein Zeitpunkt außerhalb der Gottesdienste.
- Praktische Tipps
- Beginnen Sie am gotischen Friedhofstor: Fresken sitzen außen und innen am Spitzbogen. Am Westportal lohnt ein genauer Blick auf das Tympanon und die Reliefs in den Bogenläufen. Im Gewölbe lassen sich die 149 bemalten Schlusssteine mit ihren Wappen vergleichen.
- Barrierefreiheit
- Für Rollstuhlfahrer gibt es einen rollstuhlgerechten Eingang und rollstuhlgerechte Parkplätze.
Tipps aus der Redaktion
Kleine Dinge, die den Besuch besser machen
- Am gotischen Friedhofstor sind Fresken an der Außen- und Innenseite des Spitzbogens zu sehen.
- Im Tympanon des Westportals ist der apokalyptische Christus von Sonne, Mond und Sternen umgeben.
- Im Gewölbe lohnt die Suche nach dem Steinmetzzeichen von Meister Daniel im Hauptchor.
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