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Archäologische Stätte

Predio Canopoli

Pèifugas/Perfugas · Anglona · Italien

Direkt gegenüber der Pfarrkirche Santa Maria degli Angeli führt in Perfugas eine achtstufige Treppe hinab in die runde Brunnenkammer des Pozzo sacro di Predio Canopoli. Der nuraghische Kultort macht auf engem Raum sichtbar, wie sorgfältig die Anlage aus weißem Kalkstein gefügt wurde.

Eintritt ab
ca. 2 EUR
Wetter
überwiegend im Freien
Beste Zeit
Jun, Jul, Aug, Sep
Adresse
Pozzo sacro di Predio Canopoli, Via Francesco Cilocco, Pèifugas/Perfugas, Sassari, Sardinien, 07034, Italien

Unser Eindruck

Was dich hier erwartet

Der Pozzo sacro di Predio Canopoli stammt aus der Mittleren Bronzezeit und wird auf die Zeit zwischen 1500 und 1200 v. Chr. datiert. Ein rechteckiges, gepflastertes Vestibül führt über acht Stufen in die unterirdische Brunnenkammer. Ihre kreisrunde Form hebt sich deutlich von den geraden Linien des Vorraums ab.

Das Vestibül misst 2,70 Meter in der Breite und 1,88 Meter in der Länge. An den Seiten liegen zwei Sitze. Ein bearbeiteter Kalksteinblock mit Becken und Ablaufkanal verweist auf die sorgfältig gestaltete Ausstattung des Vorraums. Die Kammer verjüngt sich nach unten und erreicht etwa 1,60 bis 1,70 Meter Durchmesser bei 2,75 Metern Höhe.

Zum Komplex gehören Reste einer trachytischen Einfriedung und eines älteren Megaron-Tempels. Auch Spuren von Hütten sowie römische Überbauungen sind erhalten. Entdeckt wurde die Anlage 1923 bei Arbeiten des Grundstückseigentümers Domenico Canopoli; 1924 begann Antonio Taramelli mit der ersten Ausgrabung. In den 1970er-Jahren folgten weitere Freilegungen durch Giuseppe Pitzalis.

Die Bronzefiguren „Toro“ und „Bue“ aus dem 9. oder 8. Jahrhundert v. Chr. werden heute in Museen in Sassari und Cagliari verwahrt. Ein kauerndes Tier aus Knochen phönizischer Herkunft aus dem 7. oder 6. Jahrhundert v. Chr. liegt im Museo Nazionale di Cagliari. Im Museo Archeologico Paleobotanico di Perfugas, kurz MAP, ordnet die Ausstellung „L’acqua e il sacro“ den Brunnen zusammen mit anderen sardischen Heiligtümern ein; dort gehören auch rund 450.000 Jahre alte Feuersteinwerkzeuge zur Sammlung.

Höhepunkte

Was diesen Ort ausmacht

  • Datierung in die Mittlere Bronzezeit, 1500–1200 v. Chr.

Passt besonders gut

Für wen sich der Besuch lohnt

  • Wer den sakralen Bau mit sardischer Archäologie verknüpfen möchte, kann den Besuch mit der MAP-Ausstellung „L’acqua e il sacro“ verbinden.
  • Ein kurzer Kulturspaziergang durch Perfugas führt vom Brunnen zu Santa Maria degli Angeli und zum Retablo di San Giorgio aus dem 16. Jahrhundert.
  • Gruppen und Besucher mit Führungswunsch können den Termin über den MAP-Besucherdienst vorab reservieren.

Das solltest du wissen

Weniger geeignet, wenn

  • Montags ist der Besuch nur nach vorheriger Reservierung möglich.
  • Die ursprüngliche steinerne Dachkonstruktion der Brunnenkammer fehlt; die Tholos-Überdeckung ist vor Ort nur teilweise erhalten.
  • Die Bronzefiguren „Toro“ und „Bue“ sowie das kauernde Tier aus Knochen werden in Museen in Sassari und Cagliari verwahrt, nicht am Fundort.

Gut zu wissen

Praktisches für den Besuch

Für wen sich der Besuch lohnt
Wer sich für nuraghische Sakralarchitektur interessiert, kann hier Vestibül, Treppe und Brunnenkammer an einem überschaubaren Monument nachvollziehen. Die Verbindung mit dem MAP macht den Ort auch für Besucher interessant, die den Brunnen in die längere Geschichte der sardischen Besiedlung einordnen möchten.
Was man dort machen kann
Vor Ort lassen sich die Kalksteinbauweise, das gepflasterte Vestibül und die achtstufige Treppe aus nächster Nähe studieren. Im Anschluss ergänzt das MAP den Besuch mit der Ausstellung „L’acqua e il sacro“, fossilen Baumstämmen und den ältesten bislang auf Sardinien entdeckten menschlichen Werkzeugen.
Eintritt
Der Zugang zum Brunnen ist an den Besucherdienst des Museo Archeologico Paleobotanico di Perfugas (MAP) gekoppelt. Für den MAP-Eintritt zahlen Erwachsene etwa 4 €, Über-60-Jährige etwa 3 €; für Kinder, Schulklassen und Gruppen ab zehn Personen liegt der Preis bei etwa 2 €. Kinder unter fünf Jahren, Einwohner und Begleitpersonen besuchen das Museum kostenlos.
Beste Zeit für einen Besuch
Juni bis September eignen sich für einen Besuch mit längerer Nachmittagsöffnung; in dieser Zeit ist der Besucherdienst in der Regel bis 20 Uhr erreichbar.
Öffnungszeiten
Von Oktober bis Mai gelten in der Regel Öffnungszeiten von 9 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr. Von Juni bis September öffnet der Besucherdienst meist von 9 bis 13 Uhr und von 16 bis 20 Uhr. Montags bleibt die Anlage geschlossen, eine Öffnung ist nach vorheriger Reservierung möglich.
Praktische Tipps
Wenn der Zugang geschlossen ist, hilft der MAP-Besucherdienst unter +39 349 7777103 weiter. Führungen, Gruppenbesuche und Reservierungen lassen sich über +39 079 564241 oder +39 349 7777103 anfragen.
Barrierefreiheit
Ein rollstuhlgerechter Parkplatz ist ausgewiesen. Die Toilette ist nicht rollstuhlgerecht.

Tipps aus der Redaktion

Kleine Dinge, die den Besuch besser machen

  • Für eine gemeinsame Besichtigung von Brunnen und Museum lohnt sich die zeitliche Abstimmung mit den saisonalen Nachmittagsöffnungen des MAP.
  • Bei einer Führung oder einem Gruppenbesuch sollte der Termin vorab unter +39 079 564241 oder +39 349 7777103 vereinbart werden.
  • Die Ausstellung „L’acqua e il sacro“ im MAP verbindet Predio Canopoli mit der Fonte Sacra di Niedda und dem Pozzo sacro Irru in Nulvi.